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Finanzierung und Netzwerke

Unternehmenswachstum ist eine Herausforderung

  • Die durchschnittliche Mitarbeitendenzahl bei Migrant Founders erster Generation liegt mit 10,2 klar unter dem DSM-Schnitt von 14,3.
  • Das Unternehmenswachstum ist im Startup-Bereich dabei stark von der Verfügbarkeit externer Kapitalquellen abhängig.
  • Hier zeigen sich Herausforderungen: Migrant Founders erster Generation erhielten im Mittel 1,1 Mio. € – gegenüber 2,6 Mio. € im DSM-Schnitt.

Es sind deutliche Finanzierungslücken erkennbar

Die Lücken bei den Finanzierungsformen zeigen, dass vor allem Migrant Founders erster Generation im gesamten Entwicklungsprozess mit Ressourcenproblemen konfrontiert sind.
„Der Migrant Founders Monitor zeigt, dass Migration für Deutschland nicht nur eine Chance ist, um strukturelle Probleme des Arbeitsmarktes zu bekämpfen und mehr nachgefragte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu gewinnen, sondern auch einen Motor für tech-orientiertes und international wettbewerbsfähiges Gründertum darstellt. Der vorliegende Report macht aber auch deutlich, dass Hürden in der Aktivierung von Talenten mit Migrationshintergrund verbleiben, zum Beispiel in der Nutzung aller gängigen Finanzierungsquellen. Hier besteht Verbesserungspotenzial für die Startupbranche.“

Judith Dada, General Partner La Famiglia VC

Potenziale bestehen im Bereich Kooperationen

  • Startups haben durchschnittlich 7 Kooperationen mit etablierten Unternehmen – unter Migrant Founders erster Generation sind es nur 2.
  • Zudem haben sie seltener Kooperationen mit wissenschaftlichen Einrichtungen als DSM-Startups im Allgemeinen.
  • Kooperation im Startup-Ökosystem selbst sind dagegen bereits gut etabliert und unterscheiden sich kaum.
„Es ist ermutigend zu sehen, dass Migrant Founders wichtige Impulse zum deutschen Startup-Ökosystem beisteuern. Damit sie künftig noch erfolgreicher arbeiten können, sollten sie bei der Vernetzung – z.B. mit Wissenschaftseinrichtungen – mehr Unterstützung erhalten. Hier ist eine klare Lücke erkennbar. Auch ein Abbau von bürokratischen Hürden kann helfen, zumal es bei Gründerinnen und Gründern der ersten Generation nicht selten sprachliche Barrieren gibt.“

Prof. Dr. Karl-Heinz Paqué, Vorstandsvorsitzender der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit