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Migrant Founders in Deutschland

Migrant Founders sind zentral für das Ökosystem

Startups sind in den vergangenen Jahren zu einem relevanten ökonomischen Faktor geworden. Insbesondere Metropolen werden zu Anziehungspunkten für internationale Talente und Kapital.

Die Anzahl der Selbstständigen mit Migrationshintergrund ist von 567.000 (2005) auf 773.000 (2018) deutlich gestiegen – die Entwicklung im Startups-Bereich muss dabei ebenfalls berücksichtig werden.
„Diversität ist keine Option, sondern eine gesellschaftliche Notwendigkeit, für die wir uns nicht erst bei den Gründerinnen und Gründern einsetzen sollten. Die Förderung von unternehmerischen Talenten sollte schon in der Kindheit beginnen: Wenn wir es schaffen, die gedanklichen und tatsächlichen Hürden in jungen Jahren abzubauen, dann heben wir die enormen, bislang brachliegenden Potenziale.”

Dr. Sophie Chung, Gründerin und CEO Qunomedical sowie Präsidiumsmitglied des Startup-Verbands

„Als Kind träumte ich vom Nobelpreis und als ich dann meine akademische Medizinlaufbahn abbrach, haben viele meiner Kolleginnen und Kollegen das nicht verstanden – sie meinten, ich würde meine Karriere wegschmeißen. Aber ich wollte mich eben voll auf ResearchGate konzentrieren und hatte das Gefühl, mit meiner Gründung einen wesentlich größeren Impact zu haben. Heute sind mehr als 20 Millionen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über ResearchGate vernetzt und unsere Plattform bringt die Forschung weltweit voran.“

Dr. Ijad Madisch, Gründer und CEO ResearchGate

NRW und Berlin stellen Großteil der Migrant Founders

  • In Berlin und Nordrhein-Westfalens findet sich der höchste Anteil an Startup-Gründerinnen und Gründern mit Migrationshintergrund.
  • Berlin zieht dabei in besonderem Maße Menschen aus dem Ausland an, ein Startup in Deutschland aufzubauen.
  • In Nordrhein-Westfalen prägen dagegen in Deutschland geborene Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund das Ökosystem.
Basis der regionalen Verteilung ist die DSM-Stichprobe – sie spiegelt nur Tendenzen wider. Werte um 0 % deuten darauf hin, dass die Anzahl in diesen Regionen sehr gering ist.

Die Mehrheit hat eigene Migrationserfahrung

  • Insgesamt haben am DSM 2020 354 Gründerinnen und Gründer mit Migrationshintergrund der ersten oder zweiten Generation teilgenommen.
  • Über die Hälfte von ihnen sind Migrantinnen und Migranten erster Generation – sie sind nicht in Deutschland geboren und haben eigene Migrationserfahrungen.
  • Besonders interessante Einsichten ergeben sich durch den Fokus auf Migrant Founders der ersten Generation.

Aktuell herrscht eine große Dynamik

  • Das Durchschnittsalter der Startups der Migrant Founders liegt mit 26 Monaten unter dem DSM-Schnitt von 30 Monaten.
  • Dieser Altersunterschied spiegelt sich auch in der Verteilung nach Startup-Entwicklungsphasen wider.
  • Vor allem der hohe Anteil an Gründerinnen und Gründern mit eigener Migrationserfahrung in der Seed Stage verdeutlicht die gegenwärtige Dynamik.